„Eine kurze Geschichte der Menschheit“/ „Homo Deus“ Y. N. Harari

He Sonne,

die zwei Bücher von Harari sind zufällig zu mir gekommen – als Dankeschön für eine erfolgreiche Projektarbeit vom Unternehmen. Ich hatte bereits von ihnen gehört, auf irgendeiner Liste wurden sie als unbedingt lesenswert geführt. Mittlerweile kennst Du mich ja – gute Bücher sind bei mir immer gut aufgehoben! 🙂

In der Tat, die Bücher fesseln und man kann sie kaum weglegen! Für Dich ein paar Input-Themen, auf denen ich im Nachgang „herumgedacht“ habe…

> Nach Hararis Argumentation hat sich der Homo Sapiens nicht mit den anderen Homo-Arten eingelassen, sondern diese besiegt und ausgerottet. Warum ist das spannend? Hier liegt die Grundlage für ein einheitliches Menschenbild in Abgrenzung zu nationalistischem Gedankengut. Wir haben uns alle aus einer Art herausentwickelt, unterschiedlichen Menschenrassen gibt es nicht.

> Unseren Umgang mit Tieren thematisiert Harari in beiden Büchern. Immer als Schilderung des Ist-Zustandes und ohne Effekthascherei. Und immer bricht die Erkenntnis, mit welcher Gefühlskälte wir mit diesen Lebewesen umgehen, ungebremst auf einen ein. Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Vegetarier und plane auch nicht, es zu werden. Doch ein Abwenden von Massentierhaltung und eine Reduktion von tierischen Lebensmitteln im Alltag sollte uns allen möglich sein. Hier sind wir als Menschheit viel zu gedankenlos.

> Wir lernen und postulieren, dass die wirtschaftliche und auch industrielle Revolution in unserer Menschheitsentwicklung entscheidende Fortschritte waren. Harari hingegen leitet sehr anschaulich her, dass unsere körperliche Gesundheit massiv unter dieser Entwicklung gelitten hat. Unsere Gehirne sind kleiner geworden und unser Wissen geschrumpft. Spannende Argumentation, die zu einer kontroversen Auseinandersetzung mit unserer frühen Geschichte einlädt!

> Mich hat auch extrem der Gedanke gefesselt, dass der Humanismus, den wir aktuell als einzige Wahrheit leben, am Ende auch nur eine Religion ist. So wie früher klar war, dass Gott alle Wege lenkt, sind wir heute davon überzeugt, dass alle Menschen gleich sind und wir selber für unser Glück verantwortlich sind. Ich bin beim Humanismus zu 100% dabei und im Grunde schockiert bei dem Gedanken, dass dies nicht zwingend die tatsächliche Wirklichkeit ist.

> Hier auch noch mal eine Schleife zu unseren Werten. Nach Harari haben sich die Werte der Menschen zum letzten Mal bei der französischen Revolution gravierend geändert. Seit dem leben wir sehr gut mit „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. In „Homo Deus“ schildert Harari, dass aktuell ein komplett neuer Wert die Bühne der Welt betritt: „Freier, kostenloser Zugang zu allen Informationen“. Auch wenn die Gruppe noch klein ist, welche für diesen Wert kämpft, wird uns diese Überzeugung in Zukunft viel stärker bewegen.

Im Grunde kann ich noch viele Punkte aus den Büchern nehmen und Dir kurz skizzieren. Aber vielleicht nehme ich Dir dann die ganze Spannung weg und reduziere Deine Vorfreude auf das Lesen der Bücher. 😀 In jedem Fall solltest Du Dir Zeit nehmen und Dich da reinlesen. Du wirst wunderbare Gedanken finden und aufrüttelnde Argumentationen, die Dich noch eine Weile begleiten werden.

Wünsch Dir viel Spaß beim Denken… 😉 Deine Romy

„Gewaltfreie Kommunikation“ M. B. Rosenberg

He Sonne,

ich hatte es in einem der vorangegangen Artikel erwähnt: das Buch bzw. die Lehre zur „Gewaltfreien Kommunikation (GFK)“ von Rosenberg sind für mich entscheidende Erkenntnisse der letzten Jahr und leiten mich in meinem Tun.

„Gewaltfreie Kommunikation“ – hört sich erst mal eigenartig an. Ich erzähl Dir kurz, worum es geht: bei Konflikten können wir durch das Erkennen der Bedürfnisse unseres Gegenübers und dem Erkennen unserer eigenen Bedürfnisse festgefahrene Situationen aufweichen und wieder in den Dialog kommen.

Grundsätzlich: Wie kommt Rosenberg dazu, dass Kommunikation gewalttätig sein kann? Rosenberg argumentiert, dass es Formen der Sprache gibt, welche zum gewalttätigen Verhalten beitragen. Diese sind u.a. moralische Urteile (d.h. Schuldzuweisungen, Beleidigungen, aber auch Diagnosen), Vergleiche, das Leugnen von Verantwortung sowie Forderungen an meinen Gegenüber.

Statt dessen empfiehlt Rosenberg, insbesondere bei Konfliktsituationen, folgendes Vorgehen:

1. Beobachtung der Situation OHNE Bewertung, also was man tatsächlich sehen oder hören kann

2. Benennung des Gefühls, welches die Situation in uns auslöst (z.B. Angst, Unsicherheit, Wut)

3. Erkennen des Bedürfnisses, welches hinter dem Gefühl steht (z.B. Sicherheit, Unabhängigkeit, Wertschätzung)

4. Formulierung einer Bitte an unseren Gegenüber, welche unsere Gefühle und auch unsere Bedürfnisse beinhaltet

Durch die Bitte an die andere Person übernehmen wir Verantwortung für unsere Bedürfnisse und bauen eine Brücke für gegenseitiges Verständnis.

 Im Übrigen kann man dieses Vorgehen auch gegenüber sich selbst anwenden. Denn oft üben wir gewalttätige Kommunikation auch gegen uns selber an.

Der nächste Schritt ist, auch zu erkennen, welche Gefühle beim Gegenüber durch eine Konfliktsituation entstehen und welche Bedürfnisse hinter seinem Handeln stehen. Wenn mir das gelingt, merke ich sofort, wie meine impulsive Verurteilung anderer Menschen sich in ein Verständnis für deren Agieren wandelt. Mittlerweile kann ich es kaum ertragen, wenn meine Mitmenschen negativ wertend über andere Personen sprechen, ohne auch nur ansatzweise über deren Bedürfnisse zu reflektieren. Da wünsche ich mir, dass wir alle diesbezüglich lernen!

Worauf Rosenberg ebenfalls hinweist, ist die Tatsache, dass das, was andere sagen oder tun, durchaus Auslöser für unsere Gefühle sein kann, aber nie die Ursache dafür. Denn die liegt in unseren Bedürfnissen. Und auch in unserem Ego. Daher: lass Dich nicht von Deinem Ego beherrschen, sondern beherrsche Dein Ego!

Ich hoffe, ich konnte Dir die GFK nahe bringen, sie liegt mir wirklich am Herzen!

Pass auf Dich auf, Romy

„Zukunft 4.1“ Jörg Heynkes

He Sonne,

letzten Monat hatte ich die Möglichkeit Jörg Heynkes als Speaker zur digitalen Zukunft zu hören. Es war wirklich gut und hat einfach Lust auf unsere Möglichkeiten gemacht, welche wir durch die Digitalisierung erhalten. Bei der Veranstaltung konnte ich sein Buch „Zukunft 4.1“ mitnehmen und habe es mit der Erwartung gelesen, diese Begeisterung wieder wach zu rufen.

Leider ist es auf vielen Seiten nicht gelungen. Die erste Hälfte des Buches ergeht sich im Beschreiben von „Worst Case“-Szenarien. Die permanenten Seitenhiebe auf die Politik ermüden mit der Zeit. Heynkes springt von einem Thema zum anderen und ich bekam nicht den Eindruck, wirklich in eine Problematik komplett einzutauchen.

In der zweiten Hälfte des Buches nimmt er dann endlich Fahrt auf und beschreibt, wie unsere Zukunft aussehen kann. Hier kommt dann tatsächlich Inspiration auf, dass eigene Verhalten zu überprüfen und zu ändern, um die beschriebenen Möglichkeiten Wirklichkeit werden zu lassen. Sein Eintreten für eine Europäische Union statt Kleinstaaterei sowie seine realistischen Einschätzung zur menschlichen Einstellung gefällt mir.

Im Rückblick für mich ganz klar die Einschätzung, dass Heynkes in live wesentlich stärker anspricht als auf Papier. Das Thema bleibt so oder so relevant: die digitale Revolution ist schon da, lass Sie uns nutzen!

Deine Romy

„Reinventing Organizations“ Frédéric Laloux

He Sonne,

heute muss ich Dir von einem Buch erzählen, welches ein absolutes „MUSS“ für alle Menschen ist, welche sich für Organisationsentwicklung interessieren. „Reinventing Organizations“ von Laloux wurde tatsächlich ziemlich gehypt, also wahrscheinlich hast Du davon schon gehört und es evtl. bereits gelesen.

Die Grundaussage ist, dass die Menschheit sich in der Gesellschaftsaufstellung in Sprüngen entwickelt hat (vom Patriarchat über eine hierarchie-/regelorientierten hin zur leistungsorientiert Gesellschaft) und diese Entwicklung auf Unternehmen übertragen werden kann.

Dabei hat jede Stufe der Entwicklung ihre positive und negative Seiten. Wichtig ist hierbei, keine Ebene auszulassen, sondern die positive Aspekte einer jeden Stufe zu verinnerlichen und sich dann der Weiterentwicklung zum nächsten Level zu stellen.

Laloux geht hier insbesondere auf die Selbstführung der Mitarbeiter ein. Schließlich müssen diese den Wandel im Unternehmen wollen und voranbringen. Mir gefällt der Ansatz, dass man nur Veränderungen herbeiführen kann, wenn man sich selbst ändert bzw. das ändert, was in den eigenen Möglichkeiten liegt. „Im eigenen Wirkungskreis arbeiten und diesen dadurch kontinuierlich erweitern statt über Dinge außerhalb des Kreises zu lamentieren.“ ist für mich eine elementare Erkenntnis.

Das Buch thematisiert noch einige Führungspraktiken, die man auch unter dem Thema „agile Teamführung“ kennt. An der Stelle für Dich der Hinweis zur „Gewaltfreien Kommunikation“ von Rosenberg, welche Laloux ebenfalls erwähnt. Maßgebliche Basis für einen wertschätzenden Umgang miteinander auch in Konfliktsituationen.

„Was immer Du tun kannst oder wovon Du träumst – fang damit an! Mut hat Genie, kraft und Zauber in sich.“ Goethe

In dem Sinne – her mit der Entwicklung! Status quo leben was gestern!

Deine Romy

„Strategie Planen Erklären Umsetzen“ Veit Etzold

He Sonne,

gerade bin ich mit dem Buch „Strategie“ von Veit Etzold fertig geworden. Puh, dafür findest Du keine Begeisterung bei mir. Mit halbwegs gut aufgestelltem BWL- und Kommunikationswissen kannst Du Dir das lesen im Grunde schenken. Aber gut, natürlich konnte ich hier auch Kleinigkeiten mitnehmen.

Zum einen finde ich die Matrix zu den Unternehmenspositionen und die daraus zu empfehlende Strategie ganz nett. Zum anderen ist der Abschnitt, wie man Strategien gut kommuniziert, locker geschrieben und ich habe damit noch mal meine „Säge geschärft“.

Dann hoffe ich mal, dass die nächsten Bücher, welche auf meinem Tisch liegen, besser sind. Ich halte Dich auf dem Laufenden. 😉

Deine Romy

„Ich bin alles, nur nicht busy“ Nicholas Pesch

Hey Sonne,

ich kann Dir gar nicht mehr sagen, warum ich dieses Buch lesen wollte. Wurde sicherlich irgendwo empfohlen und ich bin darauf angesprungen. 🙂

Das Buch eine gute Grundlage für Menschen, welche einfach mal Impulse für ihr Leben erhalten möchten. Wie sie umsichtiger und achtsamer mit sich und ihrer Umwelt umgehen können.

Für mich ist das Buch zu appellativ geschrieben und bleibt zu stark an der Oberfläche. Wie auch anders – bei 49 Impulsen kann man nicht mit jedem Gedanken in die Tiefe gehen. Doch zu einzelnen Themen habe ich wiederum schon ganze Bücher gelesen, die mich bewegt haben. Das hier ist eher ein Einsteigermodell.

Sei es drum, es gibt einzelne Gedanken, die ich klasse finde und hier noch mal aufgreifen möchte. Mal sehen ob Du die Sicht mit mir teilst.

„Die Stärke des kindlichen Denkens ist die Offenheit im Denken, nicht die Unkontrollierbarkeit im Handeln.“ Wenn wir uns an den „Kleinen“ orientieren wollen, dann nicht in der Impulsivität ihres Agierens, sondern in der Art und Weise ohne Vorurteile die Welt zu sehen. Meine Tochter meinte vor kurzem zu mir, dass ich gerne ihr Shirt anziehen kann, wenn ich mal wieder kleiner bin. Super Deal! Und einfach mal ohne Grenzen und „geht nicht“ gedacht.

„Pain ist mandatory, suffering is optional.“ Ich liebe diesen Satz und habe ihn gleich in meinem Büro an die Wand geschrieben. Das Dinge schmerzen und wir hin und wieder vom Leben umgehauen werden können wir nicht ändern. Aber wir können uns entscheiden, ob wir leiden wollen oder die Dinge als Wendung des Lebens annehmen. Ich übernehme gerne die Verantwortung für mich und meine Gefühle und lass meine Gefühle nicht über mich und mein Leben bestimmen. Das ist eine wirklich große Freiheit!

„Focus on Passion!“ Meine Kollegin meinte letzte Woche zu mir, dass sie wahnsinnig gerne Tango tanzt, aber leider durch die Arbeit in den letzten Jahren keine Zeit mehr dafür hat. Ist das nicht Wahnsinn? Wir haben dieses eine Leben (ich glaube leider nur an die Liebe und nicht an eine Religion) und dann finden wir keine Zeit für unsere Leidenschaften. Alte Weisheit, ich sag sie trotzdem noch mal: wie lange willst Du warten um das zu machen, was Dir Spaß macht? Do it now! And do it anyway!

„Im Raum zwischen Reiz und Reaktion: da liegt die Freiheit!“ Das Thema wird auch im Buch „Gewaltfreie Kommunikation“ von Rosenberg besprochen. Letztlich haben wir die Entscheidung, ich habe es bereits im vorherigen Absatz angesprochen, wie wir mit Reizen oder Impulsen umgehen. Natürlich kann ich mit dem Kind schimpfen, was gerade die weiße Ledercouch mit schwarzem Edding anmalt (Beispiele aus dem Leben…) und dabei völlig versunken ist. Oder ich freu mich über das künstlerische Talent vom Nachwuchs und erinnere mich daran, dass ich wohl mal wieder diese Stifte hab rumliegen lassen. Ja, das erfordert eine gute Reflexion zwischen Reiz und Reaktion. Ich denke der Mehrwert für ein entspanntes Leben ist ganz erheblich.

Ich glaube das waren die intensivsten Impulse für mich, welche ich aus dem Buch mitgenommen habe. Und jetzt hole ich die Kleine und back Muffins für das Frühstück morgen.

Bewusst in den Spaß reingehen. Auf geht es! Deine Romy