Hey Sonne,
ich habe mich schon so lange nicht mehr bei Dir gemeldet! Die Gründung von meinem Unternehmen fordert Zeit und Energie, Dinge bleiben liegen… Aber am Wochenende hatte ich endlich die Möglichkeit, dass Buch „Die 1%-Methode“ von James Clear zu Ende zu lesen!
Sicherlich hast Du von dem Buch gehört, es rangiert auf den Bestseller-Listen ganz oben. Das muss nicht bedeuten, dass das Werk gut ist. In diesem Fall ist das Ranking auf jeden Fall gerechtfertigt.
Die 1%-Methode ist schnell erklärt: versuche Dein Leben nicht mit einem großen Wurf zu ändern, sondern integriere kleine Schritte in Dein Leben, welche Du kontinuierlich gehst und damit größere Erfolge erzielst als in einer ad hoc-Aktion.
Als Veranschaulichung des Ansatzes nutzt Clear ein Flugzeug, welches beim Start nur wenige Zentimeter von seiner Route abweicht. Durch das Beibehalten dieser Abweichung kommt es jedoch in New York statt in Washington D.C. an.
Interessante These hierzu: nicht das Ziel hat Einfluss auf das Ergebnis, sondern das System, mit dem wir vorgehen, ist entscheidend. Dieser Ansatz lässt mich wieder lächelnd an die Exceltabellen zurückdenken, in denen kleinstteilig Ziele der Mitarbeiter aufgeschrieben wurden (siehe meine Artikel „Frau Kopsch, Ihre Ziele sind immer noch nicht SMART genug!“).
-> Ziele können nur die Richtung vorgeben, sie sind nicht für die Qualität der Ergebnisse verantwortlich.
Die Argumentation von Clear hinter seiner Ablehnung von Zielen als Heilsbringer:
- Gewinner und Verlierer haben die gleichen Ziele, das System ist für den Sieg ausschlaggebend.
- Das Erreichen der Ziele ist nur eine vorübergehende Veränderung. Wenn wir nicht das System verändern, falls wir nach der Zielerreichung wieder zurück.
Daher ist der Start, wenn wir Veränderungen in unserem Leben bringen wollen, nicht die Frage „Welches Ergebnis will ich erzielen?“, sondern vielmehr „Welcher Mensch will ich sein?“. Wir müssen uns fördernde Gewohnheiten zulegen und nachteilige Gewohnheiten ablegen.
Ha – wenn das so einfach wäre!
Clear stellt in seinem Buch vier Gesetze auf, mit denen wir gewünschte Gewohnheiten derart gestalten, dass wir sie auch tatsächlich in unser Leben integrieren und beibehalten können.
- Gesetz: Die Gewohnheit muss offensichtlich sein.
-> Die neue Gewohnheit muss Dir tatsächlich ins Auge springen. Du richtest Dich so ein, dass es immer wieder zu Impulsen kommt, die richtige Aktion auszuführen. - Gesetz: Die Gewohnheit muss attraktiv sein.
-> Verbinde die gewünscht Aktivität mit einer angenehmen. Umgebe Dich mit Menschen, welche die von Dir gewünscht Aktion bereits umsetzen. - Gesetz: Die Gewohnheit muss einfach sein.
-> Die Wiederholung ist der Schlüssel zum Erfolg, nicht die Perfektion. - Gesetz: Die Gewohnheit muss befriedigend sein.
-> Gestalte Dein neues Verhalten so, dass es mit einer passenden Belohnung gekoppelt ist.
Tja, dass ist dann auch schon alles. Einfach umsetzen und – bähm – Du hast alles, was Du Dir schon immer gewünscht hast…!!
So einfach ist es wahrscheinlich nicht. Für mich ist der Ansatz, Veränderungen in kleinen Schritten in mein Leben einzuladen, statt mein ganzes Sein umzuwerfen, auf jeden Fall zielführend!
Es haben sich in meinem Umfeld auch schon einige Menschen bei mir gemeldet, welche die 1%-Methode kennenzulernen wollen. A change is gonna come…
Deine Romy

